Berner Oberland: Eiger, Mönch und Jungfrau im Porträt

    Berner Oberland: Eiger, Mönch und Jungfrau im Porträt

    Geschrieben von Adrian ChelbaAlpinist, mehrfach am Mont Blanc über die Goûter-Route. Veröffentlicht am 25. Juli 2026

    Das Berner Oberland (Kanton Bern) ist geprägt von der berühmten Dreiergruppe Eiger (3.967 m), Mönch (4.110 m) und Jungfrau (4.158 m). Die Eiger-Nordwand gilt seit den 1930er-Jahren als eine der gefährlichsten Wände der Alpen; das Jungfraujoch (3.454 m) ist als höchstgelegener Bahnhof Europas dagegen ein touristischer Zugangspunkt — mit dem alpinen Bergsteigen an der Nordwand hat der Ausflug dorthin nichts zu tun.

    Das Wichtigste

    • Drei Gipfel: Eiger (3.967 m), Mönch (4.110 m), Jungfrau (4.158 m) — alle im Kanton Bern.
    • Eiger-Nordwand: über 1.800 m hoch, Erstbegehung 1938 durch Heckmair, Vörg, Kasparek und Harrer.
    • Über 70 Todesopfer an der Eiger-Nordwand seit den 1930er-Jahren, laut aktuellem Stand.
    • Jungfraujoch (3.454 m): höchstgelegener Bahnhof Europas, Zugang per Jungfraubahn seit 1912.
    • UNESCO-Weltnaturerbe „Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch“ seit 2001.

    Drei Gipfel, ein Wahrzeichen

    Eiger (3.967 m), Mönch (4.110 m) und Jungfrau (4.158 m) bilden die bekannteste Gipfelgruppe des Berner Oberlands, im Kanton Bern an der Grenze der Berner Alpen zwischen Lauterbrunnen und Grindelwald. Die Jungfrau ist mit 4.158 m der dritthöchste Gipfel der Berner Alpen und ein echter Viertausender.

    Die Eiger-Nordwand: der Mythos der „Mordwand“

    Mit über 1.800 m Höhe zählt die Eiger-Nordwand zu den großen Nordwänden der Alpen. Steinschlag, Lawinen, extreme Stürme und Temperaturen bis −40 °C brachten ihr Mitte der 1930er-Jahre den Beinamen „Mordwand“ ein. Am 24. Juli 1938 gelang Anderl Heckmair, Ludwig Vörg, Fritz Kasparek und Heinrich Harrer nach drei Tagen Kletterei die Erstbegehung über die heute als Heckmair-Route bekannte Linie (rund 4 km lang, Schwierigkeit SS). Seither führen über 30 verbundene Routen durch die Wand; mehr als 70 Bergsteiger sind an ihr ums Leben gekommen, zwei weitere gelten als vermisst.

    Jungfraujoch: „Top of Europe“ — aber kein Bergsteigen

    Das Jungfraujoch (3.454 m) ist der höchstgelegene Bahnhof Europas. Die Jungfraubahn erschließt es seit 1912 und tunnelt dafür durch Eiger und Mönch hindurch; die Sphinx-Aussichtsplattform (3.571 m) bietet Blick auf den Aletschgletscher. Der Ausflug zum Jungfraujoch ist ein touristisches Bahnerlebnis mit garantiertem Schnee das ganze Jahr — mit der technischen Besteigung von Eiger, Mönch oder Jungfrau, die jeweils eigene, ernsthafte alpine Routen erfordert, hat er nichts zu tun.

    UNESCO-Weltnaturerbe Jungfrau-Aletsch

    Seit dem 13. Dezember 2001 zählt die Jungfrau zusammen mit den südlich angrenzenden Gebieten als „Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch“ zum UNESCO-Weltnaturerbe — eine der am dichtesten vergletscherten Regionen der Alpen.

    Berner Oberland: Kennzahlen im Überblick

    KennzahlWert
    Eiger3.967 m
    Mönch4.110 m
    Jungfrau4.158 m
    Eiger-Nordwand, Höheüber 1.800 m
    Erstbegehung Nordwand24. Juli 1938 (Heckmair, Vörg, Kasparek, Harrer)
    Jungfraujoch3.454 m, höchstgelegener Bahnhof Europas
    UNESCO-Weltnaturerbe seit2001
    Goûter-Route auf den Mont Blanc
    Wetter- und Schneebedingungen im Hochgebirge
    Couloir du Goûter — exponierte Felspassage der Normalroute

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    FAQ

    Wie hoch sind Eiger, Mönch und Jungfrau?

    Eiger 3.967 m, Mönch 4.110 m, Jungfrau 4.158 m — alle im Kanton Bern.

    Warum ist die Eiger-Nordwand so berüchtigt?

    Über 1.800 m hoch, mit Steinschlag, Lawinen und Stürmen bis −40 °C; seit den 1930ern „Mordwand“ genannt, seit der Erstbegehung 1938 mit über 70 Todesopfern.

    Kann man mit der Bahn auf einen der drei Gipfel fahren?

    Nein — die Jungfraubahn führt zum Jungfraujoch (3.454 m) zwischen den Gipfeln hindurch, nicht auf einen der drei Gipfel selbst.

    Was ist das Jungfraujoch?

    Der höchstgelegene Bahnhof Europas (3.454 m), erreichbar per Jungfraubahn seit 1912 — ein touristisches Ziel, kein alpinistisches.

    Wem gelang die Erstbegehung der Eiger-Nordwand?

    1938 Anderl Heckmair, Ludwig Vörg, Fritz Kasparek und Heinrich Harrer, nach drei Tagen Kletterei.