
Matterhorn besteigen: Hörnligrat, Erstbesteigung und die Tragödie von 1865
Geschrieben von Adrian Chelba — Alpinist, mehrfach am Mont Blanc über die Goûter-Route. Veröffentlicht am 25. Juli 2026 · Aktualisiert am 26. Juli 2026
Das Wichtigste
- Höhe: 4.478 m, Walliser Alpen, zwischen Zermatt (Schweiz) und Breuil-Cervinia (Italien).
- Erstbesteigung: 14. Juli 1865 durch Edward Whymper, Michel Croz, Charles Hudson, Lord Francis Douglas, Douglas Hadow und die Bergführer Peter Taugwalder (Vater und Sohn).
- Beim Abstieg stürzten vier der sieben in den Tod — nur drei Leichen wurden geborgen.
- Normalroute: Hörnligrat, ZS+ mit UIAA-III+-Kletterei, ab der Hörnlihütte (3.260 m).
- Seit 1865 über 600 Todesopfer, im Schnitt acht bis zehn pro Jahr.
- Keine Seilbahn zum Gipfel — ein Projekt von 1950 wurde verworfen.
Die Erstbesteigung 1865 und ihre Tragödie
Am 14. Juli 1865 erreichte eine siebenköpfige Seilschaft um Edward Whymper — mit Michel Croz, Charles Hudson, Lord Francis Douglas, Douglas Hadow sowie den Bergführern Peter Taugwalder (Vater und Sohn) — als erste den Gipfel. Beim Abstieg über die Nordwand stürzten vier der sieben (Croz, Hadow, Hudson, Douglas) in den Tod. Nur drei Leichen wurden geborgen; die von Lord Francis Douglas wurde nie gefunden.
Der Hörnligrat: die Normalroute
Die Normalroute verläuft über den Hörnligrat (Nordostgrat), bewertet mit ZS+ und UIAA-Grad III+ in den Felspassagen. Ausgangspunkt ist die Hörnlihütte (3.260 m); der Aufstieg dauert 5 bis 6 Stunden. Die Solvayhütte (4.003 m) dient unterwegs als reines Notbiwak, nicht als reguläre Übernachtungsstation.
Warum das Matterhorn so gefährlich bleibt
Seit der Erstbesteigung sind über 600 Menschen am Matterhorn gestorben, im Schnitt acht bis zehn pro Jahr. Steinschlag, brüchiger Fels und der große Andrang — 2.500 bis 3.000 Bergsteiger versuchen die Besteigung jährlich — machen den Hörnligrat trotz moderater Kletterschwierigkeit zu einer ernsthaften Unternehmung.
Kein Lift zum Gipfel
Anders als an der Zugspitze oder am Allalinhorn führt keine Seilbahn zum Matterhorn-Gipfel — ein entsprechendes Projekt aus dem Jahr 1950 wurde verworfen. Der Gipfel bleibt ausschließlich alpinen Aufstiegen vorbehalten.
Der Speed-Rekord: Dani Arnold an der Nordwand
Am 22. April 2015 durchstieg der Schweizer Dani Arnold die 1.100 m hohe Schmid-Route an der Matterhorn-Nordwand solo in 1 Stunde 46 Minuten und unterbot damit den bisherigen Rekord von Ueli Steck um 10 Minuten — ein Kontrastpunkt zur langen Liste der Todesopfer am selben Berg.
Matterhorn: Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Höhe | 4.478 m |
| Erstbesteigung | 14. Juli 1865 |
| Normalroute | Hörnligrat, ZS+ / UIAA III+ |
| Hörnlihütte | 3.260 m |
| Solvayhütte (Notbiwak) | 4.003 m |
| Todesopfer seit 1865 | über 600 |



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FAQ
Wie hoch ist das Matterhorn?
4.478 m — in den Walliser Alpen, zwischen Zermatt (Schweiz) und Breuil-Cervinia (Italien).
Wann wurde das Matterhorn erstbestiegen?
Am 14. Juli 1865 durch Edward Whymper mit sechs weiteren Bergsteigern und Bergführern über den Hörnligrat.
Warum ist die Erstbesteigung des Matterhorns berühmt für ein Unglück?
Beim Abstieg stürzten vier der sieben Teilnehmer (Croz, Hadow, Hudson, Douglas) in den Tod; nur drei Leichen wurden geborgen, die von Lord Francis Douglas nie gefunden.
Wie schwer ist die Besteigung des Matterhorns?
Die Normalroute über den Hörnligrat ist mit ZS+ und UIAA III+ bewertet — technisch moderat, aber durch Steinschlag und Länge ernsthaft.
Wie viele Menschen sind am Matterhorn gestorben?
Über 600 seit der Erstbesteigung 1865, im Schnitt acht bis zehn pro Jahr.
Gibt es eine Seilbahn zum Matterhorn-Gipfel?
Nein — ein Projekt von 1950 wurde verworfen, der Gipfel ist ausschließlich zu Fuß über alpines Gelände erreichbar.
Was ist der Geschwindigkeitsrekord an der Matterhorn-Nordwand?
Dani Arnold durchstieg die 1.100 m hohe Schmid-Route am 22. April 2015 solo in 1 Stunde 46 Minuten und unterbot damit Ueli Stecks Rekord um 10 Minuten.