
Großglockner: Österreichs höchster Gipfel und die Hochalpenstraße
Geschrieben von Adrian Chelba — Alpinist, mehrfach am Mont Blanc über die Goûter-Route. Veröffentlicht am 25. Juli 2026
Das Wichtigste
- Höhe: 3.798 m — höchster Berg Österreichs.
- Erstbesteigung: 28. Juli 1800, durch vier ortsansässige Bergführer und den Pfarrer Matthias Hautzendorfer.
- Normalweg: UIAA II, ab Erzherzog-Johann-Hütte (Adlersruhe, 3.454 m) über Glocknerleitl, Kleinglockner und Obere Glocknerscharte.
- Stüdlgrat: technischere Alternative, UIAA III+.
- Pasterze: (noch) Österreichs größter Gletscher, rund 8 km lang — laut Alpenverein (Juli 2026) könnte sich die Gletscherzunge binnen Monaten vom nährenden Eis trennen; danach übernimmt der Gepatschferner im Ötztal den Titel.
- Großglockner Hochalpenstraße: 47,8 km lang, eröffnet 1935 — führt nicht zum Gipfel.
Der höchste Berg Österreichs
Der Großglockner misst 3.798 m und ist der höchste Gipfel Österreichs. Er liegt an der Grenze zwischen Kärnten und Osttirol, im Nationalpark Hohe Tauern — dem größten Nationalpark der Alpen.
Erstbesteigung 1800
Am 28. Juli 1800 erreichten vier ortsansässige Bergführer gemeinsam mit dem Pfarrer Matthias Hautzendorfer als erstem „Herrn“ den Gipfel — die genaue Identität aller vier Führer ist historisch nicht vollständig gesichert.
Normalweg und Stüdlgrat: zwei Routen zum Gipfel
Der Normalweg (UIAA II) startet an der Erzherzog-Johann-Hütte auf der Adlersruhe (3.454 m, Österreichs höchstgelegene Schutzhütte) und führt über das Glocknerleitl und den Kleinglockner, quert die Obere Glocknerscharte und erreicht darüber den Hauptgipfel. Der Stüdlgrat gilt als technischere Alternative — rund 400 Höhenmeter Fels- und Gratkletterei im Grad UIAA III+.
Die Pasterze: Österreichs größter Gletscher vor der Trennung
Die Pasterze ist mit rund 8 km Länge (noch) Österreichs größter Gletscher. Seit 1980 verlor sie im Schnitt rund 1 m Wasseräquivalent pro Jahr, im letzten Jahrzehnt beschleunigt auf 1,2 m/Jahr; die Hauptzunge ging allein 2024/25 um 54 m zurück. Die verbindende Eisbrücke am Hufeisenbruch schrumpfte von 230 m Breite (2020) auf nur noch 120 m (August 2025) — laut Alpenverein-Pressemitteilung vom 2. Juli 2026 könnte sich die 3,9 km lange Gletscherzunge binnen Monaten vollständig vom nährenden Eis trennen. Nach der Trennung übernimmt der Gepatschferner im Ötztal den Titel als größter Gletscher Österreichs (Quelle: Alpenverein-Gletscherbericht 2024/25 und Pressemitteilung 02.07.2026).
Großglockner Hochalpenstraße: nicht bis zum Gipfel
Die 1935 eröffnete Großglockner Hochalpenstraße ist 47,8 km lang und erreicht an der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe rund 2.369 m — mit direktem Blick auf Großglockner und Pasterze. Seit der Eröffnung zählte die Straße über 65 Millionen Besucher, aktuell rund eine Million pro Jahr. Sie ist eine touristische Panoramastraße, keine Zufahrt zum Gipfel: Wer den Großglockner besteigen will, muss ab der Hütte eigenständig aufsteigen.
Großglockner: Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Höhe | 3.798 m |
| Erstbesteigung | 28. Juli 1800 |
| Normalweg | UIAA II, ab Erzherzog-Johann-Hütte (3.454 m) |
| Stüdlgrat | UIAA III+ |
| Pasterze, Länge | rund 8 km (noch Österreichs größter Gletscher, Stand 2026) |
| Pasterze, Rückgang Hauptzunge 2024/25 | 54 m |
| Hochalpenstraße, Länge/Eröffnung | 47,8 km, eröffnet 1935 |



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FAQ
Wie hoch ist der Großglockner?
3.798 m — der höchste Berg Österreichs.
Wo startet der Normalweg auf den Großglockner?
An der Erzherzog-Johann-Hütte auf der Adlersruhe (3.454 m), Österreichs höchstgelegener Schutzhütte.
Führt die Großglockner Hochalpenstraße auf den Gipfel?
Nein — die Straße erreicht an der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe rund 2.369 m, die eigentliche Besteigung beginnt erst ab der Hütte.
Wie schwierig ist die Besteigung des Großglockners?
Der Normalweg ist mit UIAA II bewertet, der alternative Stüdlgrat mit UIAA III+ technischer.
Wie stark schmilzt die Pasterze?
Die Hauptzunge ging 2024/25 um 54 m zurück; laut Alpenverein (Pressemitteilung vom 2. Juli 2026) könnte sich die Gletscherzunge binnen Monaten vollständig vom nährenden Eis trennen.
Bleibt die Pasterze Österreichs größter Gletscher?
Nicht mehr lange — nach der von Alpenverein-Fachleuten erwarteten Trennung der Gletscherzunge übernimmt der Gepatschferner im Ötztal diesen Titel.