
Die Trois-Monts-Traverse: Die klassische Alpinistenroute auf den Mont Blanc
Geschrieben von Adrian Chelba — Alpinist, mehrfach am Mont Blanc über die Goûter-Route. Veröffentlicht am 1. Juni 2026 · Aktualisiert am 25. Juli 2026
Das Wichtigste
- Schwierigkeit: AD− — technischer als die Goûter-Route (PD−).
- Route: Aiguille du Midi (3.842 m) → Refuge des Cosmiques (3.613 m) → Mont Blanc du Tacul (4.248 m) → Mont Maudit (4.465 m) → Gipfel (4.805,59 m).
- Schlüsselstelle: 50-m-Abseilmanöver am Col du Mont Maudit, Seil von 50–60 m empfohlen.
- Start ab dem Refuge des Cosmiques: typischerweise 1–2 Uhr nachts.
- Einstieg: Rimaye am Fuß des Tacul — Überquerbarkeit je nach Saison und Schneelage unterschiedlich.
Der Streckenverlauf: Drei Gipfel in Folge
Die Route beginnt an der Aiguille du Midi (3.842 m, per Seilbahn erreichbar) und führt zunächst zum Refuge des Cosmiques (3.613 m), wo übernachtet wird. Von dort geht es über den Mont Blanc du Tacul (4.248 m) und den Mont Maudit (4.465 m) zum Gipfel des Mont Blanc (4.805,59 m) — drei Viertausender auf einer einzigen Tour.
Der Einstieg: Die Rimaye am Fuß des Tacul
Am Fuß des Mont Blanc du Tacul muss zunächst die Rimaye überquert werden — der Spalt zwischen Gletscher und Fels bzw. Steilwand. Wie leicht sich diese Stelle passieren lässt, hängt stark von Saison und Schneelage ab: In manchen Jahren ist sie unproblematisch, in anderen erfordert sie zusätzliche Kletter- oder Sicherungstechnik.
Die Schlüsselstelle: Abseilen am Col du Mont Maudit
Am Col du Mont Maudit steht ein rund 50 m langes Abseilmanöver an — die technisch anspruchsvollste Stelle der Traverse. Empfohlen wird ein Seil von 50–60 m Länge, damit das Abseilen in einem Zug gelingt. Wer diese Technik nicht sicher beherrscht, sollte die Route nicht ohne Bergführer angehen.
Nachtstart: Warum so früh?
Der Aufbruch vom Refuge des Cosmiques erfolgt typischerweise zwischen 1 und 2 Uhr nachts. Der Grund: Schnee und Eis sind nachts und in der Dämmerung fester gefroren, das Risiko von Stein- und Eisschlag sowie einbrechenden Schneebrücken über Gletscherspalten steigt mit der Tageserwärmung. Zusätzlich braucht die Route mit drei Gipfeln und Abseilstelle schlicht mehr Zeit.
AD− im Vergleich zur Goûter-Route
Die Einstufung AD− (Assez Difficile) liegt eine Stufe über dem PD− der Goûter-Route. Der Unterschied zeigt sich vor allem im Seileinsatz: mehr Gletscherquerungen und eine echte Abseilstelle machen die Trois-Monts-Traverse zur anspruchsvolleren, aber auch direkteren Alternative.
Die Trois-Monts-Traverse: Streckenprofil
| Punkt | Höhe | Charakter |
|---|---|---|
| Aiguille du Midi | 3.842 m | Ausgangspunkt (Seilbahn) |
| Refuge des Cosmiques | 3.613 m | Hütte, Start 1–2 Uhr nachts |
| Mont Blanc du Tacul | 4.248 m | Erster Gipfel, Rimaye am Einstieg |
| Mont Maudit | 4.465 m | Abseilstelle am Col (ca. 50 m) |
| Mont Blanc (Gipfel) | 4.805,59 m | Zielpunkt |



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FAQ
Wie schwierig ist die Trois-Monts-Traverse?
AD− (Assez Difficile) — technischer als die Goûter-Route (PD−), mit mehr Seileinsatz.
Wo beginnt die Trois-Monts-Traverse?
An der Aiguille du Midi (3.842 m), meist mit Übernachtung im Refuge des Cosmiques (3.613 m).
Was ist die Schlüsselstelle der Route?
Ein rund 50 m langes Abseilmanöver am Col du Mont Maudit — ein Seil von 50–60 m wird empfohlen.
Wann startet man vom Refuge des Cosmiques?
Typischerweise zwischen 1 und 2 Uhr nachts, um feste Schnee- und Eisverhältnisse zu nutzen.
Muss man am Tacul eine Gletscherspalte queren?
Ja, die Rimaye am Fuß des Mont Blanc du Tacul — ihre Überquerbarkeit hängt von Saison und Schneelage ab.