
Zugspitze besteigen: Höchster Berg Deutschlands – Routen und Schwierigkeit
Geschrieben von Adrian Chelba — Alpinist, mehrfach am Mont Blanc über die Goûter-Route. Veröffentlicht am 25. Juli 2026 · Aktualisiert am 26. Juli 2026
Das Wichtigste
- Höhe: 2.962 m (amtliche Vermessung Bayern) — höchster Berg Deutschlands.
- Erstbesteigung: 27. August 1820 durch Oberleutnant Josef Naus mit Johann Georg Tauschl und Gehilfe Maier.
- Drei Fußrouten: Reintal (technisch leicht, konditionell hart), Höllental (Klettersteig C, Gletscher), Gatterl (Österreich, versicherte Passagen).
- Gipfelhütte: Münchner Haus (2.959 m, DAV Sektion München), direkt am Gipfelkreuz.
- Bahnzugang von beiden Seiten: Bayerische Zugspitzbahn/Seilbahn Zugspitze (Deutschland) und Tiroler Zugspitzbahn (Österreich).
- Nördlicher Schneeferner: von 27,9 ha (2013) auf 9,4 ha (Ende 2025) geschrumpft.
Die Reintal-Route: lang, aber technisch einfach
Die Reintal-Route beginnt am Skistadion Garmisch-Partenkirchen (730 m) und führt über die Partnachklamm, die Bockhütte (1.052 m), die Reintalangerhütte (1.370 m) und die Knorrhütte (2.051 m) zum Gipfel — rund 2.300 Höhenmeter auf über 20 km, meist auf zwei Tage verteilt. Sie verzichtet auf Klettersteig-Passagen und Gletscherquerung, verlangt konditionell aber viel: ein alpiner Halbmarathon ohne technische Schlüsselstellen.
Die Höllental-Route: Klettersteig und Gletscher
Von Hammersbach durchquert die Höllental-Route zunächst die Höllentalklamm und führt anschließend über einen Klettersteig der Schwierigkeit C (Skala A–E) sowie den bis zu 35° steilen Höllentalferner zur Gipfelscharte. Kürzer als die Reintal-Route, aber technisch die anspruchsvollste der drei Wege — Klettersteig- und Gletscherausrüstung sind Pflicht.
Die Gatterl-Route: der österreichische Zustieg
Von Ehrwald (Tirol) führt die Gatterl-Route über die Wiener-Neustädter-Hütte (2.212 m) zum Gipfel: rund 1.700 Höhenmeter, 6,5 Stunden reine Gehzeit, mit seilversicherten Passagen am Gatterl und ausgesetzten Stellen am Gipfelgrat. Technisch anspruchsvoller als die Reintal-Route, dafür kürzer.
Ohne eigene Kraft: Seilbahnen von beiden Seiten
Wer den Gipfel ohne Aufstieg erreichen will, nutzt die Bayerische Zugspitzbahn (Zahnradbahn, teils im Tunnel) oder die Seilbahn Zugspitze ab dem Eibsee auf deutscher Seite, beziehungsweise die Tiroler Zugspitzbahn ab Ehrwald auf österreichischer Seite. Das direkt am Gipfel gelegene Münchner Haus (2.959 m, DAV Sektion München) versorgt sowohl Bergsteiger als auch Bahngäste.
Der schmelzende Nördliche Schneeferner
Der Nördliche Schneeferner unterhalb des Gipfels maß 2013 noch 27,9 Hektar; bis Ende 2025 schrumpfte er auf 9,4 Hektar. Der zweite Gletscher der Zugspitze, der Höllentalferner, umfasste 2006 noch 24,7 Hektar und wird auf der Höllental-Route gequert.
Die drei Routen im Vergleich
| Route | Schwierigkeit | Höhenmeter | Charakter |
|---|---|---|---|
| Reintal | technisch leicht, konditionell hart | ca. 2.300 Hm | kein Klettersteig, kein Gletscher |
| Höllental | Klettersteig C, Gletscherquerung | kürzer als Reintal | technisch anspruchsvollste Route |
| Gatterl (Österreich) | mittelschwer bis schwer, versichert | ca. 1.700 Hm | Start Ehrwald, über Wiener-Neustädter-Hütte |



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FAQ
Wie hoch ist die Zugspitze?
2.962 m nach amtlicher bayerischer Vermessung — der höchste Berg Deutschlands, an der Grenze zu Tirol (Österreich).
Wer hat die Zugspitze zuerst bestiegen?
Oberleutnant Josef Naus erreichte den Gipfel am 27. August 1820, begleitet von Johann Georg Tauschl und seinem Gehilfen Maier.
Welche Route auf die Zugspitze ist am einfachsten?
Die Reintal-Route verlangt keinen Klettersteig und keine Gletscherquerung, ist mit rund 2.300 Höhenmetern aber konditionell die anspruchsvollste der drei Wege.
Kann man auf die Zugspitze auch ohne Bergerfahrung?
Ja — mit der Bayerischen Zugspitzbahn oder der Seilbahn ab dem Eibsee sowie der Tiroler Zugspitzbahn ab Ehrwald erreicht man den Gipfel ganz ohne Aufstieg.
Was ist die Höllental-Route?
Ein Klettersteig der Schwierigkeit C mit anschließender Querung des bis zu 35° steilen Höllentalferners — die technisch schwierigste der drei Zugspitz-Routen.
Wie stark schmilzt der Gletscher an der Zugspitze?
Der Nördliche Schneeferner schrumpfte von 27,9 Hektar (2013) auf 9,4 Hektar (Ende 2025) — mehr als zwei Drittel Flächenverlust in gut zehn Jahren.