Wilder Kaiser: Klettern und Bergsteigen in Tirol

    Wilder Kaiser: Klettern und Bergsteigen in Tirol

    Geschrieben von Adrian ChelbaAlpinist, mehrfach am Mont Blanc über die Goûter-Route. Veröffentlicht am 25. Juli 2026

    Der Wilde Kaiser ist ein Kalksteinmassiv in Tirol zwischen Kufstein und den Orten Going, Ellmau und Söll. Höchster Punkt ist die Ellmauer Halt (2.344 m). Seit den 1890er-Jahren gilt das Massiv mit seinen senkrechten Kalkwänden als eine der Wiegen des alpinen Kletterns in Österreich und Deutschland — 1912/1913 prägte Hans Dülfer hier mit Erstbegehungen an Fleischbank und Totenkirchl die moderne Klettertechnik.

    Das Wichtigste

    • Höchster Gipfel: Ellmauer Halt, 2.344 m — auch höchster Punkt des gesamten Kaisergebirges.
    • Lage: Tirol, zwischen Kufstein (Westen) und St. Johann in Tirol (Osten), Zugangsorte Going, Ellmau und Söll.
    • Kletterhistorie: Pionierzeit ab den 1890ern, Hans Dülfers Erstbegehungen 1912/1913 an Fleischbank und Totenkirchl.
    • Stripsenjochhaus (1.577 m): zentrale Hütte zwischen Wildem und Zahmem Kaiser.
    • Charakter: kompakte, senkrechte Kalkwände — bis heute eines der anspruchsvollsten Klettergebiete der Ostalpen.

    Ein Kalksteinmassiv mit zwei Gesichtern

    Das Kaisergebirge gliedert sich in den Wilden Kaiser und den Zahmen Kaiser. Der Wilde Kaiser besteht aus blankem, senkrechtem Kalkfels; der Zahme Kaiser ist deutlich sanfter und größtenteils mit Latschen (Bergkiefern) bewachsen. Das Massiv liegt in Tirol zwischen Kufstein im Westen und St. Johann in Tirol im Osten, mit Going, Ellmau und Söll als bekannten Zugangsorten an der Südseite.

    Wiege des alpinen Kletterns

    Die alpine Erschließung des Wilden Kaisers begann in den 1890er-Jahren. Entscheidend war die Zeit bis zum Ersten Weltkrieg: 1912/1913 durchstieg Hans Dülfer erstmals mehrere Routen an der Fleischbank und am Totenkirchl, die bis heute als Klassiker gelten und die Klettertechnik der Zeit revolutionierten. 1977 wurde am Wilden Kaiser mit der Route „Pumprisse“ erstmals der Schwierigkeitsgrad VII geklettert — ein weiterer Meilenstein der alpinen Kletterentwicklung im Massiv.

    Stripsenjochhaus: die zentrale Hütte

    Das Stripsenjochhaus (1.577 m) verbindet als zentraler Stützpunkt den Wilden und den Zahmen Kaiser und dient sowohl Kletterern als auch Klettersteig- und Wandergästen als Basis.

    Klettersteige und moderne Extremrouten

    Der Aufstieg zur Ellmauer Halt über den Gamsängersteig gehört zu den bekannteren anspruchsvollen Klettersteigen des Gebiets. Am anderen Ende der Schwierigkeitsskala steht die moderne Route „Des Kaisers neue Kleider“ (UIAA X+ / franz. 8b+), die zu den schwierigsten Kletterrouten der gesamten Alpen zählt — ein Beleg dafür, dass der Wilde Kaiser bis heute an der Grenze des technisch Machbaren erschlossen wird.

    Wilder Kaiser: Kennzahlen im Überblick

    KennzahlWert
    Höchster GipfelEllmauer Halt, 2.344 m
    LageTirol, zwischen Kufstein und St. Johann in Tirol
    ZugangsorteGoing, Ellmau, Söll
    Zentrale HütteStripsenjochhaus, 1.577 m
    Schlüsseljahr Kletterhistorie1912/1913 (Hans Dülfer, Fleischbank/Totenkirchl)
    Grad VII erstmals geklettert1977, Route „Pumprisse“
    Goûter-Route auf den Mont Blanc
    Wetter- und Schneebedingungen im Hochgebirge
    Couloir du Goûter — exponierte Felspassage der Normalroute

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    FAQ

    Wie hoch ist die Ellmauer Halt?

    2.344 m — höchster Gipfel des Wilden Kaisers und des gesamten Kaisergebirges.

    Wo liegt der Wilde Kaiser?

    In Tirol (Österreich), zwischen Kufstein und St. Johann in Tirol, mit Going, Ellmau und Söll als bekannten Zugangsorten.

    Warum gilt der Wilde Kaiser als Wiege des alpinen Kletterns?

    Weil hier ab den 1890ern und vor allem 1912/1913 mit Hans Dülfers Erstbegehungen an Fleischbank und Totenkirchl die moderne Klettertechnik entscheidend geprägt wurde.

    Was ist das Stripsenjochhaus?

    Eine Hütte auf 1.577 m, die als zentraler Stützpunkt zwischen Wildem und Zahmem Kaiser dient.

    Worin unterscheiden sich Wilder und Zahmer Kaiser?

    Der Wilde Kaiser besteht aus senkrechten, kahlen Kalkwänden; der Zahme Kaiser ist deutlich sanfter und größtenteils mit Latschen bewachsen.