Klettersteige

    Klettersteige

    Geschrieben von Adrian ChelbaAlpinist, mehrfach am Mont Blanc über die Goûter-Route. Veröffentlicht am 8. September 2026

    Ein Klettersteig (via ferrata) ist ein mit Stahlseilen, Trittstiften und Leitern gesicherter Steig durch steiles bis senkrechtes Fels- oder Eisgelände — begehbar mit Klettersteigset, Klettergurt, Helm und festem Schuhwerk, ohne die Seiltechnik einer klassischen Kletterroute. Zwei Schwierigkeitsskalen sind gebräuchlich: die in Österreich verbreitete Schall-Skala (A bis E) und die in der Schweiz übliche Hüsler-Skala (K1 bis K6) — beide bewerten dabei stets nur die schwerste Einzelstelle, nicht die gesamte Tour.

    Das Wichtigste

    • Zwei Schwierigkeitsskalen gebräuchlich: Schall-Skala (A–E, vor allem Österreich) und Hüsler-Skala (K1–K6, vor allem Schweiz) — beide unabhängig verwendet, keine exakte Eins-zu-eins-Entsprechung.
    • Pflichtausrüstung: Klettersteigset (Bandfalldämpfer + zwei Y-förmige Arme mit Klettersteigkarabinern, nach EN 958:2017), Klettergurt, Helm, feste Schuhe.
    • Beide Karabiner des Klettersteigsets müssen am Stahlseil immer gleichzeitig eingehängt sein — nie beide zugleich aushängen.
    • Gruppenabstand: nur eine Person pro Seilabschnitt zwischen zwei Verankerungspunkten, an steilen Passagen mehr Abstand wegen Bremsweg und Körperlänge.
    • Der Bandfalldämpfer reißt bei einem Sturz kontrolliert auf und reduziert so die auf den Körper wirkende Energie.

    Die Schall-Skala im Überblick

    GradBezeichnungGelände
    ALeichtEinfache, gesicherte Wege mit teils kurzen, ausgesetzten, aber gut versicherten Stellen
    BMäßig schwierigSteileres Gelände mit längeren Leitern und senkrechten Stufen
    CSchwierigSehr steiler Fels mit kleinen Tritten und ausgesetzten Passagen
    DSehr schwierigSenkrechtes, oft überhängendes und sehr ausgesetztes Gelände
    EExtrem schwierigÜberhängendes Gelände, erfordert extreme Kraft — nur für sehr Erfahrene
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    FAQ

    Was ist ein Klettersteig?

    Ein mit Stahlseilen, Trittstiften und Leitern gesicherter Steig durch steiles bis senkrechtes Gelände, begehbar mit Klettersteigset statt klassischer Seiltechnik.

    Welche Schwierigkeitsskalen gibt es für Klettersteige?

    Vor allem zwei: die Schall-Skala (A bis E, verbreitet in Österreich) und die Hüsler-Skala (K1 bis K6, verbreitet in der Schweiz) — beide bewerten nur die schwerste Einzelstelle.

    Was bedeutet Schall-Skala A bis E?

    A (leicht) sind einfache gesicherte Wege mit kurzen ausgesetzten Stellen, E (extrem schwierig) überhängendes Gelände, das extreme Kraft erfordert und nur für sehr Erfahrene geeignet ist.

    Welche Ausrüstung braucht man für einen Klettersteig?

    Klettersteigset, Klettergurt, Helm und feste Schuhe — als Minimum.

    Wie funktioniert ein Klettersteigset?

    Ein Bandfalldämpfer mit zwei Y-förmigen Armen, an deren Enden je ein Klettersteigkarabiner sitzt — beide Karabiner müssen am Stahlseil stets gleichzeitig eingehängt sein.

    Wie groß muss der Abstand zur nächsten Person am Klettersteig sein?

    Als Faustregel mindestens ein vollständiges Seilabschnitt zwischen zwei Verankerungspunkten — an steilen Passagen entsprechend mehr.

    Quellen