Grundtechniken

    Grundtechniken

    Geschrieben von Adrian Chelba — Alpinist, mehrfach am Mont Blanc über die Goûter-Route. Veröffentlicht am 8. September 2026 · Aktualisiert am 10. September 2026

    Sicheres Bergsteigen auf Hochtouren beruht auf vier Grundtechniken: Seilschaft und Anseiltechnik, Standplatzbau, Spaltenbergung und die passenden Knoten. Auf einem schneebedeckten Gletscher gilt als Faustregel ein Mindestabstand von 8 bis 10 Metern zwischen den Seilschaftsmitgliedern — je kleiner die Seilschaft, desto größer der nötige Abstand.

    Das Wichtigste

    • Seilschaft am Gletscher: Mindestabstand 8–10 m, kleinere Seilschaften halten größeren Abstand als größere.
    • Beispiel Dreierseilschaft mit 50-m-Seil: rund 10 m zwischen den Partnern, eingebunden mit Achterknoten.
    • Zusätzlich alle rund 3 m ein Sackstich im Seil als Reibungsknoten, der einen Spaltensturz bremst.
    • Standplatzbau folgt dem Redundanzprinzip: Die DAV-Standardmethode Reihenschaltung verbindet mindestens zwei Fixpunkte im Doppelstrang — fällt einer aus, trägt der zweite die gesamte Last.
    • Spaltenbergung: Standardverfahren sind lose Rolle und Flaschenzug, kombiniert mit Prusikschlingen zur Selbstsicherung am Seil.

    Die 4 Grundtechniken im Überblick

    TechnikZweckKernregel
    Seilschaft & AnseilenSturzsicherung auf dem GletscherMindestabstand 8–10 m, kleinere Seilschaft = größerer Abstand
    ReibungsknotenSpaltensturz bremsenSackstich alle rund 3 m im Seil
    StandplatzbauSichere Fixpunkte am FelsRedundanz: Reihenschaltung im Doppelstrang über mind. 2 Fixpunkte
    SpaltenbergungRettung nach SpaltensturzLose Rolle / Flaschenzug, oft mit Prusikschlinge zur Selbstsicherung
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    FAQ

    Wie groß muss der Seilabstand auf dem Gletscher sein?

    Mindestens 8 bis 10 Meter auf flachem, schneebedecktem Gletscher — je kleiner die Seilschaft, desto größer der nötige Abstand.

    Wie bindet man sich für eine Hochtour an?

    Mit dem Achterknoten, direkt in den Klettergurt eingebunden — bei einer Dreierseilschaft mit 50-m-Seil typischerweise im Abstand von rund 10 m pro Partner.

    Was sind Reibungsknoten und wozu dienen sie?

    Zusätzliche Knoten (meist Sackstiche) etwa alle 3 m im Seil zwischen den Seilschaftsmitgliedern — sie bremsen die Fallenergie, wenn jemand in eine Gletscherspalte stürzt.

    Was bedeutet Redundanz beim Standplatzbau?

    Die Last wird auf mindestens zwei Fixpunkte verteilt, statt sich auf einen einzelnen zu verlassen — Standardmethode ist die Reihenschaltung mit einer im Doppelstrang verbundenen Schlinge.

    Wie funktioniert Spaltenbergung?

    Meist über lose Rolle oder Flaschenzug, mit denen die Seilschaft den Gestürzten herausziehen kann — häufig kombiniert mit einer Prusikschlinge zur Selbstsicherung.

    Sollte man diese Techniken nur aus Artikeln lernen?

    Nein — Fachquellen wie der DAV betonen ausdrücklich, dass Rettungstechniken wie Spaltenbergung in einem Kurs mit praktischer Übung erlernt werden sollten, nicht allein aus der Lektüre.

    Quellen